DSL für alle!

Gemeinde Koberg Koberg, im Januar 2009
Der Bürgermeister

An alle Einwohnerinnen und Einwohner

DSL-Breitbandversorgung im Gemeindegebiet

Liebe Koberger!

Das Vorhandensein einer guten Internetverbindung ist in der heutigen Zeit so selbstverständlich wie eine zentrale Wasserversorgung oder der Strom aus der Steckdose. Nur leider in Koberg nicht.
Eine „schnelle“ Internetanbindung ist im ländlichen Raum selten vorhanden, die neuen Technologien stehen meistens nur in Ballungsräumen zur Verfügung, weil dort eine größere Menge von zahlenden Kunden vorhanden ist und die Telekommunikationsunternehmen Geld verdienen können.
Im ländlichen Raum dagegen sind große Entfernungen zu den Endkunden zu überbrücken und die Einwohnerzahlen -also zahlende Kunden- sind wesentlich geringer.
Das Land Schleswig-Holstein hat das Problem erkannt und ein Förderprogramm für die Internet-Breitbandversorgung in’s Leben gerufen.
Die Gemeinden des Amtes Sandesneben-Nusse haben sich entschlossen, die neue Technologie voranzutreiben.
Als 1. Schritt wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, um den „Ist-Zustand“ im Amtsgebiet festzustellen.
Als 2. Schritt wird der anhängende Fragebogen an die Koberger verteilt, der von Ihnen mit Ihren Wünschen hinsichtlich der Internetversorgung ausgefüllt werden sollte.

Nun können Sie sich fragen: „Internet? Tut dat not? Dat kost’ doch ook veel…“

Als Gemeinde haben wir jedoch ein grundlegendes Interesse daran, sich von der allgemeinen Entwicklung nicht abhängen zu lassen.
Und dafür ist das Vorhandensein einer schnellen „Datenautobahn“ unbedingt erforderlich, weil es

• Arbeitsplätze sichert und neue Arbeitsplätze schafft
• Neuansiedlungen im privaten und gewerblichen Bereich ermöglicht und den bestehenden Bestand sichert
• Neue Arbeitsplatzformen -wie z.B. die Büroarbeit von zu Hause aus- entstehen oder weiter ausgebaut werden können

Wichtig ist doch u.a. die Sicherung und Förderung von Arbeitsplätzen und der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit von Immobilien -ob es den Verkauf eines Baugrundstücks oder Hauses betrifft oder die Vermietbarkeit einer Wohnung-
Diese Dinge fragt der heutige Immobilien- und Arbeitsmarkt einfach nach. Und da steht ganz Deutschland bei der Internetverbreitung im weltweiten Vergleich ziemlich am Ende und Schleswig-Holstein ganz besonders.

Da sich nicht alle Bürgerinnen und Bürger vorstellen können, was man mit einer schnellen DSL-Verbindung anstellen kann, nenne ich einige Beispiele:

• Ein Servicetechniker wählt sich über das Internet in das Netzwerk eines Geldinstituts ein, um Fehlersuche an einem Geldautomaten oder dem Sicherheitssystem zu betreiben, oder nimmt eine Programmoptimierung vor
• Ein Kaufmann ruft von zu Hause aus die aktuellen Umsätze seines Geschäftes ab, kann seinen Lagerbestand einsehen und neu bestellen
• Eine Schreibkraft erhält eine „Sprachdatei“, schreibt ihren Text und kann ihre umfangreichen Texte oder Präsentationen an ihren Kunden zurückschicken
• Ein verarbeitender Betrieb erhält von seinen Kunden die technischen Zeichnungen und Skizzen von den bestellten Produkten als Datei und kann blitzschnell ändern und abstimmen, das Warenlager disponieren oder zu einzelnen Arbeitskräften steuern oder Transportaufgaben zusammenstellen
• Ein Schweinemastbetrieb hat permanenten Zugriff auf die Daten des Mastviehs (derzeitiges Lebendgewicht, tierärztliche Eingriffe etc.), kann Futtermittel bestellen, die Herkunft nachverfolgen, den Verbleib des Viehs dokumentieren usw.

Und das Ganze kann von zu Hause aus oder aus dem örtlichen Betrieb erfolgen.
Dass medizinische „Versorgungszentren“ bereits in Betrieb sind, bei denen man per „Videokonferenz“ mit seinem „Bildschirm-Fach-Arzt“ über seine Beschwerden reden kann, erwähne ich nur am Rande. Diese Art der medizinischen Versorgung wird in der Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Ein Urteil darüber möchte ich aber heute nicht abgeben.
Zur Fragebogen-Aktion:
Wichtig ist, dass möglichst viele Fragebögen zurückkommen und eine schnellstmögliche Internetverbindung von den Einwohnern und Betrieben gewünscht wird.
Denn Eines ist klar: Was heute noch stand der Technik ist, ist in kurzer Zeit „Kalter Kaffee“. Das betrifft auch im besonderen Maße die Internet-Übertragungsraten. Wenn heute noch 100 Mbit/s einen brauchbaren Wert darstellen, sind es in 5 Jahren vielleicht das 10- oder 100-fache!
Ich will auch keine falschen Hoffnungen wecken. Die Teilnahme an öffentlichen Förderprogrammen dauert lange. Doch vielleicht haben wir in zwei, drei Jahren schon ein Ergebnis, mit dem wir besser leben können. Und jeder Weg beginnt mit einem 1. Schritt ...
Wichtig bei den Fragebögen ist deshalb neben dem Wunsch einer hohen Übertragungsrate, besonders bei unseren Gewerbetreibenden, der Hinweis auf den betrieblichen Bedarf zur Sicherung und dem Ausbau des Unternehmens bzw. der Arbeitsplätze!
Die ausgefüllten Fragebögen werfen Sie bitte (bis zum 14. Februar 2009) in meinen Briefkasten. Die Fragebögen werden von mir gesammelt und an das Ingenieurbüro weitergeleitet. Die Fragebogen-Aktion läuft im gesamten Amtsbereich, doch jede Gemeinde ist bezüglich der Durchführung und der Bürgerbeteiligung eigenverantwortlich.
Technische und finanzielle Fragen kann ich in diesem frühen Stadium leider noch nicht beantworten.

Mit freundlichen Grüßen,

Smolla
-Bürgermeister-

V.i.S.d.P : Gemeinde Koberg -Der Bürgermeister- Jörg Smolla, Kähm 13, 23881 Koberg

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Fragebogen_-_Bedarfsumfrage_Internet[1].pdf76.5 KB

Kommentare

DSL-Umfrage

Liebe Koberger,
die Fragebogenaktion ist abgeschlossen und fand in der Gemeinde ein positives Echo. Anhand der Anzahl der zurüchgeschickten Fragebögen konnte man deutlich sehen, dass DSL in Koberg ein hochaktuelles Thema ist. Der Koberger Fragebogen-Stapel war von allen Gemeinden im Amt der Höchste! Das war auffällig und wir bleiben am Ball! Ich hoffe, dass im Rahmen des Konjunkturprogramms II noch etwas passiert und wir in den nächsten 2 Jahren etwas erreichen. Auch wenn es noch nicht jedem klar ist: DSL ist im ländlichen Bereich so wichtig wie der Hauswasseranschluss!

Der Bürgermeister